Was sind eigentlich Adaptogene?

Sie gelten seit geraumer Zeit als ultimativer Geheimtipp für innere Gelassenheit und äußere Schönheit. Adaptogene, kennt ihr diese tollen Naturprodukte? Möglicherweise habt ihr schon von dem Begriff gehört oder gelesen, wisst aber nicht so genau, was sich eigentlich dahinter verbirgt. Schauen wir also gemeinsam, was sich hinter adaptogenen Produkten verbirgt. Adaptogene sind pflanzliche Wirkstoffe, wie sie zum Beispiel in Heilkräutern oder Vitalpilzen vorkommen und die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Stress erhöhen können. In der östlichen Medizin spielt die Kräutermedizin schon seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle. Entsprechend werden Adaptogene in der traditionellen chinesischen Medizin sowie im Ayurveda, der indischen Heilkunst, schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Pflanzliche Adaptogene helfen, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine tiefgreifende Heilung zu ermöglichen, die die Symptome lindert und die Vitalität in den Körper zurückbringt. Aufgrund ihrer harmonisierenden und ausgleichenden Wirkung werden Adaptogene auch häufig mit den Begriffen Beauty und Anti-Aging in Verbindung gebracht.

Woher kommt der Begriff Adaptogene?

Der Begriff kommt von adaptieren, d.h. sich anzupassen. Er wurde Mitte der 50er Jahre von dem russischen Forscher Nicolai Vasilevich Lazarev geprägt und betont dabei die regulierenden und harmonisierenden Eigenschaften, die bestimmte adaptogen wirkende Naturstoffe auf unseren Körper haben können. Der Forscher stellte fest, dass bestimmte Kräuter und Vitalpilze dabei helfen können, den Körper an die Auswirkungen von Stress anzupassen. Adapotogene sind demnach bestimmte Pflanzenwirkstoffe, die eine regulierende Wirkung auf unseren Körper haben, indem sie ihm bei der Bewältigung stressbedingter Belastungssituationen unterstützen. Adaptogene Kräuter und Pilze enthalten biologisch aktive Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Polyphenole, Terpene und Polysaccharide. Diese können unserem Körper helfen, Stresssituationen besser zu bewältigen, indem sie die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Stressfaktoren erhöhen können. Mit anderem Worten können Adaptogene uns helfen, zurück ins Gleichgewicht zu finden. Und das besondere an Adaptogenen ist, dass sie sich den individuellen Bedürfnissen des Körpers anpassen (adaptieren) und ihre Wirkung entsprechend entfalten können. So kann durch die harmonisierende Wirkung von Kräutern und Vitalpilzen die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber schädigenden Faktoren wie Stress und Erschöpfungszuständen geschützt werden. 

Sind Adaptogene pflanzliche Medizin?

Nicht wirklich. Das besondere an Adaptogenen ist nämlich, dass sie sich den individuellen Bedürfnissen des Körpers anpassen und ihre Wirkung entsprechend personenbezogen entfalten. Mit Hilfe von Adaptogenen lässt sich unser Hormonsystem positiv beeinflussen. Und im Gegensatz zu künstlich hergestellten Medikamenten wirken die pflanzlichen Substanzen im Ganzen und nicht nur in einem Teilbereich des Körpers. 

 Was sind bekannte Adaptogene?

Zu den bekanntesten Heilkräutern gehört sicherlich der Ginseng mit seiner stark adaptogenen, also ausgleichenden und regulierenden Wirkung. Auch Vitalpilze wie zum Beispiel der Reishi zählt zu den Adaptogenen. Ebenso Ingwer und Kurkuma, so dass es gut sein kann, dass du bereits Adaptogene zu dir nimmst. 

Wie lassen sich Adaptogene verwenden?

Du kannst Adaptogene in Tees, Tinkturen, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder in Pulverform verwenden. Vitalpilze sind beispielsweise ein Klasse von Adaptogenen, die wegen des malzigen und erdigen Geschmacks gut in Smoothies mit Schokolade passen. 

Was kann ich von Adaptogenen erwarten?

Adaptogene wirken direkt auf die Nebennieren, also genau dort, wo unser Körper die Reaktion auf Stress steuert. Sie regulieren die Stressreaktion des Körpers, so dass Angstzustände oder Ermüdungserscheinungen besser bewältigt werden können. Dabei wirken die Adaptogene sanft. Während zum Beispiel ein Zuckerschub kurzfristig für Energie sorgt, indem er den Blutzuckerspiegel zunächst stark ansteigen lässt, dann aber auch genauso schnell wieder in den Keller abfallen lässt, wirken Adaptogene konstant. Sie wirken ausgleichend, das heißt sie mildern oder verstärken Reaktionen in unserem Körper. Dabei ist die Wirkung auf den Körper genauso wie er es in dem Moment braucht. Aber, Adaptogene sollten nicht als Selbstmedikation bei schweren Krankheiten eingesetzt werden. Wenn du Medikamente einnimmst, solltest du vorher deinen Arzt fragen. Und auch wenn du schwanger bist, solltest du mit der Einnahme von Adaptogenen vorsichtig sein und dies zuvor mit deinem Arzt besprechen. 

Adaptogene sind kein Allheilmittel! Sie ersetzen weder eine gesunde Ernährung noch wirken sie Wunder. Um von ihren positiven Eigenschaften zu profitieren, solltest du sie einige Wochen einnehmen. Wenn dein Lebensstil insgesamt eher ungesund geprägt ist, du überwiegend Fast Food isst und dich wenig bewegst, darfst du nicht erwarten, dass Adaptogene dir hier zu mehr Gesundheit verhelfen können. Dies ist ganz klar nicht der Fall. Ebenso wenig wirst du durch eine regelmäßige Einnahme von Adaptogenen plötzlich schlank werden. Aber Adaptogene können dir zusammen mit einem gesunden Lebensstil zu mehr Ausgeglichenheit, Energie und Wohlbefinden im Alltag verhelfen. Da die Auswirkungen von Stress auf den Körper sehr vielfältig sein können, wirken Adaptogene regulierend auf die psychische Verfassung, das Immunsystem, den Hormonhaushalt, die Haut und vieles mehr.

5 bekannte Adaptogene: Ashwagandha, Schisandra, Cordyceps, Reishi und Ginseng 

Ashwagandha ist auch unter dem Namen Schlafbeere bekannt und stammt ursprünglich aus China, Afrika und dem Nahen Osten. Ashwagandha gehört zu den wichtigsten und am häufigsten verwendeten Pflanzen in der ayurvedischen Medizin. Die Pflanze hat antioxidative, entzündungshemmende, antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Dem enthaltenen Wirkstoffe Withanolid wird zudem eine beruhigende Wirkung nachgesagt. 

Schisandra wird wegen seiner süßen, salzigen, sauren und bitteren Aromen auch als „Kraut der fünf Geschmäcker” bezeichnet. Schisandra wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Stärkungsmittel eingesetzt. Die kleine rote Frucht gilt als Gesundheitsbeere und soll stärkend, tonisierend und ausgleichend wirken. Sie gilt zudem als Gesundheitsbeere für jugendliche Vitalität und soll das allgemeine Wohlbefinden stärken. Der Beere wird darüber hinaus eine reinigende, beruhigende und gedächtnisstärkende Wirkung nachgesagt.

Cordyceps, auch Raupenpilz genannt, ist aufgrund seiner vitalisierenden Eigenschaften sehr angesehen. Wegen seiner leistungssteigenden Wirkung ist der Cordyceps bei Sportlern beliebt. Weiterhin wird der Vitalpilz zur Steigerung des der Konzentration und Ausdauer sowie zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. 

Reishi wird auch als Pilz der Unsterblichkeit bezeichnet. Er enthält besonders viele Vitamine, Mineralstoffe und bioaktive Substanzen. Der Reishi soll die Abwehrkräfte bei Entzündungen und anderen Erkrankungen stärken. Darüber hinaus gilt der Vitalpilz als natürliches Anti-Aging-Mittel und natürlicher Schönmacher.

Ginseng ist ein wunderbarer Energiespender. Die asiatische Wurzel wirkt stressabbauend und wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus. Insgesamt sorgt Ginseng für ein gesteigertes Wohlbefinden, erhöhte Leistungsfähigkeit und einen besseren Schlaf. 

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